"Das Beckenbodentraining im Arbeitsfeld der Hebamme"

verfasst von

Dr. Ursula Plohberger-Grascher


In der Gruppe arbeiteten 16 Teilnehmerinnen, Hebammen, Ärztinnen und eine Psychologin mit Frau Susanne Kitchenham-Pec und profitierten von ihrem Wissen, ihrer jahrzehntelangen Erfahrung und nicht zuletzt von ihren heiteren schauspielerischen Fähigkeiten.

Frau Kitchenham ist in allen Bereichen der Hebammenarbeit tätig. Sie betreut Schwangere bereits in der Geburtsvorbereitung, begleitet Frauen zur Geburt und macht die Wochenpflege bei Mutter und Kind. Und zu ihrem Arbeitsfeld gehört auch die Rückbildungsgymnastik, die als wesentlichen Teil das Beckenbodentraining beinhaltet.

In ebendieser Reihenfolge: Geburtsvorbereitung - Geburt - Rückbildung wurde in der Arbeitsgruppe auch die Beckenbodenarbeit beleuchtet, wobei das Alltagsverhalten immer mit einbezogen wurde. Dabei legt Frau Kitchenham Wert auf die Bezeichnung Beckenboden"training", weil das "Lernen" bedeutet und weniger mit "Turnen" zu tun hat als Beckenboden"gymnastik".

Dieses Erlernen beginnt mit einer theoretischen Einführung über die Anatomie des Beckenbodens und den Funktionen einzelner dazugehöriger Muskelgruppen. Der Schwerpunkt des Trainings liegt in der Wahrnehmung und Schulung unserer Körperhaltung in verschiedenen Lebenssituationen und während unterschiedlicher Gemütszustände.

So ist eine sogenannte Körper-offene Haltung beim Gebären ideal: Die Lendenwirbelsäule eher in der Kyphose, das Körpergewicht mehr auf die Fersen verlagert, Stirn, Unterkiefer und Rachen als sogenannte Reflexpunkte für den Beckenboden entspannt.
Bei der Geburt kann das Baby so rascher und gegen geringeren Widerstand geboren werden. Das schont auch die Beckenbodenmuskulatur.
Nach der Geburt nimmt die Mutter immer dann eine sogenannte Körper-offene Haltung ein, wenn sie Körperkontakt mit ihrem Kind hat. Zum Beispiel beim Stillen. Nur dann kann auch die Milch fließen.
Gleichzeitig ist es wichtig, die Wöchnerin bereits wieder auf eine sogenannte Körper-geschlossene Haltung hinzuweisen: Aufgerichtete Wirbelsäule, Fußballen wieder stärker belasten. Durch Übungen und bewußt Beckenboden stärkendes Alltagsverhalten wird die Muskulatur ihre haltende Aufgabe wieder optimal erfüllen können.
Manche Menschen leiden auch ohne ein Kind geboren zu haben unter einer Beckenbodenschwäche. Beschwerden können sich als Kontinenz- und bei Männern auch als Erektionsstörungen zeigen.
Beckenbodentraining hilft manchmal über eine veränderte Körperhaltung das gesamte Befinden eines Menschen positiv zu beeinflussen.

Die Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppe waren erstaunt darüber, wie schnell die Zeit verging und freuen sich auf künftige Fortbildungstage mit Frau Susanne Kitchenham-Pec, die sie selbst organisieren wollen, um sich in das Thema weiter zu vertiefen. Danke für die schöne Arbeitsgruppe!


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