Nachdem mir Kollegen beim heurigen Psy-Diplom-Lehrgang in Bad Hofgastein von der Arbeitsgruppe KBT vorgeschwärmt hatten, entschloß ich mich, mir auf der Arbeitstagung in Mariatrost selbst ein Bild über diese Psychotherapieform zu machen.
Offensichtlich hatte die Beschreibung im Programm hauptsächlich Frauen angesprochen: Die Gruppe setzte sich aus zwei Hebammen, einer Psychiaterin in Ausbildung, einer Krankenschwester, einer Psychologin, einer Ordinationsgehilfin und einer Turnusärztin zusammen. Dies erfuhren wir allerdings erst nach einem unkonventionell-herausfordernden Beginn: nach kurzen Begrüßungsworten von Fr. Hölzl und Fr. Dr. Schandl wurden wir aufgefordert, uns frei im Seminarraum zu bewegen, um so mit der neuen Umgebung vertraut zu werden. Dabei sprang sogleich ein Tisch mit den verschiedensten Gegenständen ins Auge, von welchem wir uns je einen aussuchten sollten. Ihn greifend, tastend abzuspüren und kennenzulernen galt es, was zu so mancher Bewegung, inneren Regung und auch Geräuschbildung animierte. Nachdem sich jeder auf diese Weise mit zwei verschiedenen Gegenständen beschäftigt hatte, wählte jeder einen, der am besten zu seiner momentanen Stimmung paßte. Mit diesem stellten wir uns einander vor. Es war für mich sehr spannend zu erleben, wie mit Hilfe von Objekten einerseits die eigene Körperwahrnehmung sensibilisiert, und andererseits eine Bewußtwerdung der emotionalen Befindlichkeit angeregt wurde.
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Anhand dieser ersten praktischen Übung lernten wir einen wesentlichen Bestandteil der KBT kennen: Die Arbeit mit Gegenständen. Über den Gegenstand als Intermediärobjekt (angelehnt an die frühkindliche Entwicklung) kann der Zugang zum eigenen Körper, zu Gefühlen und Gedanken in spielerischer Weise ermöglicht werden. Gegenstände können auch eine Beziehung zu anderen Personen schaffen. Das kann besonders beim Arbeiten mit sehr verschlossenen Patienten hilfreich sein. Der Gegenstand wird als Symbol, als Übergangsobjekt und zum szenischen Gestalten von Beziehungskonstellationen, Lebensphasen, etc. verwendet.
Die KBT ist ein körperorientiertes psychotherapeutischen Verfahren, das auf die Körpersprache gezielt eingeht und die emotionale Besetzung des Körpers und deren Bedeutung für das Beziehungserleben zu erkennen sucht. Unsere Gruppenleiterinnen verstanden es, uns dies in einer abwechslungsreichen Arbeit näherzubringen. So wechselten einander praktischen Übungen, anschließende Gespräche über das Erlebte und kurze Theorieeinheiten ab. So manch körperliche und auch seelische Anspannung fand ihren Ausdruck, was von der Gruppe in einer vorsichtig-feinfühlenden Atmosphäre teilweise aufgegriffen werden konnte.
Das abschließende feedback der Teilnehmerinnen war sehr positiv. Wir haben nicht nur theoretischen Einblick in die Arbeitsweise der KBT gewonnen, sondern auch einige persönliche Anregungen nach Hause mitnehmen können. Vielen Dank, Frau Hölzl und Frau Dr. Schandl - Sie haben großartige Arbeit geleistet!
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